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Liedtext der Nationalhymne der DDR:

nationalhymne

Strophe: 1
Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,lass uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland! Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint, denn es muss uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.


Strophe: 2
Glück und Frieden sei beschieden Deutschland, unserem Vaterland! Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand! Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind. Lasst das Licht des Friedens erscheinen, dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.


Strophe: 3
Lasst uns pflügen, lasst uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor, und der eigenen Kraft vertrauend, steigt ein frei Geschlecht empor. Deutsche Jugend, bestes Streben unseres Volks in dir vereint, wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

 

 

Bereits vor Gründung der DDR gab es Überlegungen zu einer Nationalhymne für den zu gründenden Staat. So beauftragte das Politbüro des Zentralkomitees der SED am 13. September 1949 Anton Ackermann, mit Johannes R. Becher und Hanns Eisler über die Schaffung einer Nationalhymne zu sprechen.

Zwei Tage später, am 12. Oktober, sandte Becher eine erste Version des Textes an Ottmar Gerster mit der Bitte um Vertonung. Diese Version mit noch vier Strophen ähnelte der späteren Hymne in Form und Inhalt bereits sehr, jedoch überarbeitete Becher den Text in den nächsten Wochen mehrfach. Er sandte Gerster eine korrigierte Fassung zu, und es wurde der 4. November als Termin für ein Vorspiel in Berlin ausgemacht. Ende Oktober 1949 traf Becher in Warschau mit Eisler zusammen, der zu den Feierlichkeiten anlässlich des 200. Geburtstages Goethes aus Wien angereist war. Er bat Eisler um eine Vertonung des Textes und erwähnte auch, dass er dieses auch bereits anderen Komponisten gegeben hätte. Am Nachmittag desselben Tages fuhren sie gemeinsam nach Żelazowa Wola zum Geburtshaus von Frédéric Chopin, wo Eisler ihm bereits eine erste Version vorspielte.

Am 4. November fand das vereinbarte Vorspiel im „Klub der Kulturschaffenden” in der Jägerstraße in Berlin-Mitte unter Anwesenheit hoher Kulturbund-Funktionäre statt. Beide Versionen wurden vom jeweiligen Komponisten vorgespielt und von einem improvisierten Chor gesungen. Die Entscheidung für die Melodie Eislers fiel erst am folgenden Vormittag auf einer außerordentlichen Politbüro-Sitzung in Piecks Wohnung nach einem erneuten Vortrag beider Versionen, diesmal von Opernsängern. Noch am Nachmittag des 5. November beschloss auch der Ministerrat der DDR, die Bechersche Hymne mit der Melodie von Eisler zur „Deutschen Nationalhymne” zu erheben. Am 8. Februar 1950 bestimmte auch die Provisorische Volkskammer unter Anwesenheit von Becher und Eisler die Hymne „Auferstanden aus Ruinen” zur Nationalhymne der DDR.